Box-Bundesligist holt ersten Saison-Heimpunkt

Trainer Joachim Zarmstorf: Zeitnehmer ist auch nur ein Mensch

Bereits das dritte 13:13-Unentschieden der Saison haben die Zweitliga-Boxer des KSV Demmin eingefahren. Vor knapp 550 Zuschauern in der Sport- und Kulturhalle der Hansestadt gelang der Vorpommernstaffel gegen den BC Cottbus der erste Punktgewinn in heimischer Halle. Unser Mitarbeiter Tilo Berner sprach nach der Veranstaltung mit Trainer Joachim Zarmstorf.
Wieder ein 13:13-Unentschieden. Das scheint langsam das Lieblingsergebnis ihrer Mannschaft zu werden. Sind sie mit dem Resultat dennoch zufrieden, oder war es unterm Strich gesehen zu wenig? Wir haben das Beste aus unserer Mannschaft herausgeholt. Ich weiß auch nicht woran es lag. Niemand hat enttäuscht. Es ist eigentlich alles so gelaufen, wie wir es vorher prophezeit haben. Bis auf Kestutis Sandanavicius, der gegen Jentzsch unentschieden geboxt hat. Zudem war der Kampf sehr umstritten, weil er 15 Sekunden zu lang war und es im Nachhinein noch einen Protest von Cottbusser Seite gab. Angeblich soll Kestutis noch einen Treffer in den Schlusssekunden gelandet haben und nur dadurch unentschieden geboxt haben. Dem war aber nicht so. Wenn, dann war es genau andersherum. Somit ist der Protest auch abgewiesen geworden. Außerdem ist der Zeitnehmer auch nur ein Mensch. Der Kampf im Halbschwergewicht hat zur Verwunderung vieler gerade mal zehn Sekunden gedauert, woran lag es? Das ist richtig, nach zehn Sekunden hatte unser "Halbschwerer" Robert Rieger schon gewonnen. Woran es lag weiß ich nicht genau. Es liegt aber die Vermutung nahe, dass der Cottbusser gar kein richtiger Boxer war. In seinem Startbuch war kein gültiger Stempel. In diesem Fall haben wir Protest eingelegt. Dennoch gehen wir erstmal davon aus, dass der Kampf weiter 13:13 gewertet wird.
Erneut hat Sandro Schaer gegen Propp nicht gewinnen können. Was fehlt Sandro momentan, damit er auch mal einen Deutschen Vizemeister schlagen kann?
Sandro ist erst 18 Jahre alt, wir sollten von ihm nicht ständig Wunderdinge verlangen. An dem Gesamtergebnis gibt es auch
nichts zu rütteln. Doch der Unterschied war längst nicht so groß, wie ihn die Punktemaschine wiedergab. Vor allem die vierte Runde hat Sandro nicht so deutlich abgegeben.
Und wie sehen sie die Leistung der anderen beiden Lokalmatadoren?
Kay Ahrendt‘s Gegner war alles andere als bundesligatauglich. Da war dann auch Gott sei dank in der zweiten Runde Schluss. Von Helge Thiel hätte ich ein bisschen mehr erwartet, wenngleich er nicht enttäuscht hat. Jetzt ist erst einmal bis März Ruhe im Ligabetrieb. Wie läuft die Vorbeireitung bis dahin?
Wir haben erst am 1. März unseren nächsten Kampf beim Boxteam Mecklenburg. Doch bereits am 1. Februar nutzen wir die Möglichkeit zu einem Vergleichskampf in Schwedt. Doch wer und wie dort angetreten wird, ist noch nicht heraus.

Reinhard Fahadincev
Reinhard Fahadincev (rechts) hielt zwar gegen den Deutschen Meister Enrico Wagner lange Zeit gut mit, doch zum Sieg reichte es nicht. Foto: Berner


Quelle:
nordkurier.de

Ergebnisse:
54.0 Kg: Andre Hillebrandt - 28:10 PS über Thomas Märkisch (BCC)
57.0 Kg: Andreas Propp (BCC) - 28:10 PS über Sandro Schaer
60.0 Kg: Enrico Wagner (BCC) - 19:11 PS über Reinhard Fahadincev
63.5 Kg: Ronny Hensel - RSC-S. 2.R. über Marcel Kulke (BCC)
67.0 Kg: Guido Ringmann (BCC) - 22:16 PS über Viktor Scheiermann
71.0 Kg: Kestutis Sandanavitius - 27:27 Remis gegen Oliver Jentsch (BCC)
75.0 Kg: Jörg Rosomkiewicz (BCC) - 27:14 PS über Helge Thiel
81.0 Kg: Robert Rieger - KO-S. 1.R. über Sven Storbeck (BCC)
+ 81 Kg: Kay Ahrendt - Aufg.-S. 2.R. über Dimitri Butuzow (BCC)

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